– dieser Satz einer, ich glaube, amerikanischen Journalistin hat ja vor einiger Zeit für einigermaßen Furore gesorgt. Wenn es mich weiterhin nicht täuscht, dann war er gerichtet an Jugendliche unserer Zeit. Für wen nun auch immer aber verfasst, ich mag den Satz. It speaks the truth. Nimm dich mal nicht so wichtig, das würde ich auch gerne öfter mal sagen, zu anderen, zu mir. Sage ich auch. Aber die Anderen sollten ihn auch sich selbst, ja, mantraartig sagen. Nicht immer, nicht in jeder Situation, aber so allgemeinhin. Gute Sache. „I’m nothing special.“ Das klärt den Geist.
Man möge mich nicht falsch verstehen. Keinesfalls und niemals möchte ich an der Würde meines Gegenübers tasten. Kein Mensch, der Armut, Hunger, Unterdrückung, Verfolgung, Folter, Tod und andere abscheuliche Gräuel aus den Tiefen der menschlichen Seele erleidet, soll sich selbst und seinem Peiniger noch die andere Wange hinhalten und „I’m nothing special!“ rufen. Ich meine mehr den Alltag.
Ich neige ja auch dazu, meine Interessen und Befindlichkeiten als Maßstab anzusetzen. Allein der Satz „Ich würde das (niemals) machen!“ ist im Grunde ein Fehler. Nicole mensura non est. Punkt. Und trotzdem tue ich es immer wieder. Und bin dann unglücklich, weil andere das nicht so sehen, denn die Stelle der mithin wichtigsten Person der Welt oder doch zumindest der innerhalb eines Radius von 200km, die haben ja schon sie selbst besetzt. Es kann nun aber nicht zwei Sonnen geben, um die das Universum kreist. Zumindest nicht in dem Universum, das wir bisher kennen.
Ich schweife ab. Also, was meine ich? Ich meine Leute, die es eilig haben. Die in der Apotheke anderen Kunden sagen, sie sollen die Augen offenhalten und an die freigewordenen Schalter treten – weil sie, also die sprechende, sich wichtignehmende Person, einen Arzttermin habe. Ich meine die Leute, die in einem Wohngebiet mit 70, 80 Sachen an kleinen Kindern vorbeirauschen und nicht links und nicht rechts schauen. Ich meine Schüler, die klagen, wie anstrengend doch all der Unterricht und wie unfassbar schwierig die Klausuren seien. Ich meine Leute, die ständig über ihren Job klagen. Ich meine – ja, uns alle, und zwar in den Momenten, in denen wir nicht reflektieren, ob und in welchem Maße wir vielleicht selbst für diese unangenehme Situation, in der wir uns befinden, verantwortlich sind. Die Frau in der Apotheke hätte zeitiger losgehen können oder den Besuch in der Apotheke hinter den Arzttermin packen. Oder sie hätte einfach höflich fragen können, ob jemand sie vorlässt, es sei dringend etc. Die Raser im Wohngebiet könnten sich überlegen, dass man im Schnitt nie wirklich viel Zeit gewinnt durch überhöhtes Tempo, vor allem nicht innerstädtisch, wo sowieso dauernd Ampeln kommen. Schüler könnten sich im Zeitmanagement und der Prioritätensetzung üben und sich außerdem immer mal wieder überlegen, dass von nichts nichts kommt. Die Jobklagenden: Vielleicht wäre es sinnvoll, die Firma zu wechseln. Sowas geht, auch wenn es schwierig ist. Es geht überhaupt alles, was man wirklich will. Davon bin ich fest überzeugt.
Und in der Zwischenzeit macht man eben seinen „fucking job“ und erfüllt seine Plichten. Nicht alles muss Spaß machen. Und für die richtig geilen Sachen muss man eben meist auch etwas mehr mitbringen als die bloße Existenz. Mit der Zusatzqualifikation „hat immer Spaß im Leben“ ist nicht mal Gott in die Welt gekommen. Deshalb also bitte mehr „I’m nothing special“, und zwar im Sinne der Pflichterfüllung (freilich: niemand darf über die Maßen verpflichtet werden, auch das ist ein alter Grundsatz und ein Moment, in dem es jedem sehr wohl steht, den Mund aufzumachen) gemäß Vorgaben und Verträgen, die man bereit war einzugehen, im Sinne des Reflektierens: „Inwiefern bin ich in der Verantwortung?“ und dem daraus folgenden Überlegen, wie sich die bemängelte Situation verbessern lässt, Reflektieren aber auch in der Art, dass es Situationen gibt, die sich nun mal nicht mehr ändern lassen – und dass darunter aber niemals ein anderer einen Nachteil zu erdulden oder anderswie zu leiden haben darf. Das meine ich mit „You are nothing special!“.
Man möge mich nicht falsch verstehen. Keinesfalls und niemals möchte ich an der Würde meines Gegenübers tasten. Kein Mensch, der Armut, Hunger, Unterdrückung, Verfolgung, Folter, Tod und andere abscheuliche Gräuel aus den Tiefen der menschlichen Seele erleidet, soll sich selbst und seinem Peiniger noch die andere Wange hinhalten und „I’m nothing special!“ rufen. Ich meine mehr den Alltag.
Ich neige ja auch dazu, meine Interessen und Befindlichkeiten als Maßstab anzusetzen. Allein der Satz „Ich würde das (niemals) machen!“ ist im Grunde ein Fehler. Nicole mensura non est. Punkt. Und trotzdem tue ich es immer wieder. Und bin dann unglücklich, weil andere das nicht so sehen, denn die Stelle der mithin wichtigsten Person der Welt oder doch zumindest der innerhalb eines Radius von 200km, die haben ja schon sie selbst besetzt. Es kann nun aber nicht zwei Sonnen geben, um die das Universum kreist. Zumindest nicht in dem Universum, das wir bisher kennen.
Ich schweife ab. Also, was meine ich? Ich meine Leute, die es eilig haben. Die in der Apotheke anderen Kunden sagen, sie sollen die Augen offenhalten und an die freigewordenen Schalter treten – weil sie, also die sprechende, sich wichtignehmende Person, einen Arzttermin habe. Ich meine die Leute, die in einem Wohngebiet mit 70, 80 Sachen an kleinen Kindern vorbeirauschen und nicht links und nicht rechts schauen. Ich meine Schüler, die klagen, wie anstrengend doch all der Unterricht und wie unfassbar schwierig die Klausuren seien. Ich meine Leute, die ständig über ihren Job klagen. Ich meine – ja, uns alle, und zwar in den Momenten, in denen wir nicht reflektieren, ob und in welchem Maße wir vielleicht selbst für diese unangenehme Situation, in der wir uns befinden, verantwortlich sind. Die Frau in der Apotheke hätte zeitiger losgehen können oder den Besuch in der Apotheke hinter den Arzttermin packen. Oder sie hätte einfach höflich fragen können, ob jemand sie vorlässt, es sei dringend etc. Die Raser im Wohngebiet könnten sich überlegen, dass man im Schnitt nie wirklich viel Zeit gewinnt durch überhöhtes Tempo, vor allem nicht innerstädtisch, wo sowieso dauernd Ampeln kommen. Schüler könnten sich im Zeitmanagement und der Prioritätensetzung üben und sich außerdem immer mal wieder überlegen, dass von nichts nichts kommt. Die Jobklagenden: Vielleicht wäre es sinnvoll, die Firma zu wechseln. Sowas geht, auch wenn es schwierig ist. Es geht überhaupt alles, was man wirklich will. Davon bin ich fest überzeugt.
Und in der Zwischenzeit macht man eben seinen „fucking job“ und erfüllt seine Plichten. Nicht alles muss Spaß machen. Und für die richtig geilen Sachen muss man eben meist auch etwas mehr mitbringen als die bloße Existenz. Mit der Zusatzqualifikation „hat immer Spaß im Leben“ ist nicht mal Gott in die Welt gekommen. Deshalb also bitte mehr „I’m nothing special“, und zwar im Sinne der Pflichterfüllung (freilich: niemand darf über die Maßen verpflichtet werden, auch das ist ein alter Grundsatz und ein Moment, in dem es jedem sehr wohl steht, den Mund aufzumachen) gemäß Vorgaben und Verträgen, die man bereit war einzugehen, im Sinne des Reflektierens: „Inwiefern bin ich in der Verantwortung?“ und dem daraus folgenden Überlegen, wie sich die bemängelte Situation verbessern lässt, Reflektieren aber auch in der Art, dass es Situationen gibt, die sich nun mal nicht mehr ändern lassen – und dass darunter aber niemals ein anderer einen Nachteil zu erdulden oder anderswie zu leiden haben darf. Das meine ich mit „You are nothing special!“.
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